Die Alten Meister und Neuesreiten

Ist nicht alles schon gewusst und geschrieben worden?

Ja, die Alten Meister haben zu wirklich jedem Thema Antworten parat. Was wir heute wissenschaftlich beweisen müssen, liegt als Erfahrungswissen bereits seit hunderten von Jahren bereit.

Haben wir nicht genügend Reitsysteme?

Ja, das haben wir! Und am Ende gibt es nur eines: gutes (pferdegerechtes und schonendes) Reiten und schlechtes (verbrauchendes, verschleißendes und die Kreatur missachtendes) Reiten. Dabei ist es fast gleichgültig, welcher Schule man folgt. Nur durch Selbstbeherrschung, Achtsamkeit und Einfühlungsvermögen kann man den Bedürfnissen der Pferde gerecht werden.

Was ist dann neu an Neuesreiten?

Die Lehren der Alten Meistern sind für mich Verpflichtung und Inspiration zugleich. Deshalb würde ich ihr Wissen gerne in unsere heutige Pferdewelt übersetzen. Zu schade, wenn ihre Erkenntnisse verloren gingen oder aus Unverständnis ihrer für uns ungewohnten Sprache unbeachtet blieben. Mein Wunsch ist es das Wissen der alten Meister für den modernen Reiter so zugänglich zu machen, dass es verständlich wird. Denn die Sprache der alten Schriften ist teilweise schwer zu verstehen und anstrengend zu lesen. Vielleicht kann ich ein bisschen was in „Neudeutsch“ übersetzen.
Und wenn man dann noch dieses alte Wissen mit modernen Erkenntnissen aus Sportwissenschaft und Lerntheorie zusammenbringt, kann etwas Gutes entstehen. Etwas, dass das Gefühl für das Reiten und das Pferd verbessert, den Reiter handlungsfähig macht und seine Selbständigkeit fördert.

Mir selber wurde irgendwann klar, dass es mir nicht reicht „vorgekautes Wissen“ zu konsumieren, in Zitaten die Seele der Reitkunst zu finden. Um die Reitkunst zu verstehen, ihre Strömungen, ihre Wahrheiten und ihre Irrwege in einen Gesamtzusammenhang zu setzen und für das jeweiligen Pferd die richtigen, individuellen Lösungen zu finden, muss man aus meiner Sicht die Alten Meister selber lesen!

Und das habe ich getan und tue es noch. Es ist eine spannende und lehrreiche Reise und ich möchte versuchen, Euch daran teilhaben zu lassen.

Wer sich dieser fast wissenschaftlich anmutenden Literaturrecherche ebenfalls hingeben möchte, dem empfehle ich als Einstieg „Die Reitkunst im Spiegel ihrer Meister“ Band 1 und 2.